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08. September 2010
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Übernahmefieber wird in Deutschland weiter grassieren

Branchenschwerpunkte: Chemie/Pharma, Telekommunikation und Finanzen - Hoher Anteil von Übernahmen durch ausländische Unternehmen erwartet

Das Übernahmegeschäft wird in den kommenden zwölf Monaten in Deutschland weiter zunehmen. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., an der 186 Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer aus Mitgliedsfirmen des Verbandes teilgenommen haben. Dieses gelte vor allem für die Branchen Chemie/Pharma, Telekommunikation sowie Banken/Versicherungen. Jeweils deutlich über 70 Prozent erwarten hier "zunehmende" bis "stark zunehmende" M&A-Aktivitäten (Mergers & Acquisitions). Keine grösseren Veränderungen prognostizieren die Top-Entscheider aus den BDU-Beratungsgesellschaften hingegen für die Automobilbranche - auch wenn zur Zeit über ein Bündnis von General Motors, Renault und Nissan verhandelt wird - sowie für den Gross- und Einzelhandel. Ebenfalls über 70 Prozent sehen hier jeweils unveränderte oder sogar abnehmende Übernahmeaktivitäten.

Der Trend, dass die "Deutschland AG" Ziel mehrheitlich ausländischer Unternehmen ist, bleibt nach Auffassung der Unternehmensberater weiter ungebrochen. Rund 68 Prozent der befragten BDU-Berater gehen davon aus, dass der Übernahmemarkt von ausländischen Unternehmen, die in der Bundesrepublik investieren wollen, bestimmt wird. Dagegen fällt in der Einschätzung das M&A-Geschäft deutscher Firmen im nationalen Markt (15 Prozent) oder deutscher Unternehmen im Ausland (17 Prozent) deutlich ab.

Eindeutige Erwartungen haben die Berater im Hinblick auf die Schwerpunkte des globalen Übernahmegeschäftes. Knapp die Hälfte sehen hier Westeuropa vorne. Es folgen in der Bewertung Asien mit 23 Prozent und Osteuropa mit 18 Prozent. Auf dem letzten Platz rangiert Nordamerika mit einem Anteil von elf Prozent.

BDU-Präsident Rémi Redley sieht die Prognosen der Führungskräfte aus den Mitgliedsfirmen bereits durch die Gegenwart bestätigt: Die Übernahme des französisch dominierten Stahlkonzerns Arcelor sei bestes Beispiel für die internationale Entwicklung. Redley warnt die Europäer indes vor zu grosser Furcht und rät von nationalen Abwehrreaktionen ab: "Ein Anti-Übernahmegesetz zum Schutz der heimischen Industrie, wie jüngst in Frankreich erlassen, wird letztlich notwendige und überfällige Restrukturierungsprozesse verzögern, sie aber nicht aufhalten." Mittelfristig werde so in vielen Fällen ein Verlust an Marktanteilen, Standorten und Jobs die Folge sein, so Redley weiter. Besser sei es, die nationalen Unternehmen durch eine Verbesserung der Infrastruktur und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu stärken. 


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.
Klaus Reiners, Pressesprecher
Zitelmannstrasse 22
D-53113 Bonn

Kronprinzendamm 1
10711 Berlin
Tel.: 0228/9161-24
E-Mail: rei @ bdu.de

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